Entlastung pflegender Angehöriger

Pflegende Angehörige haben eine Vielzahl von Aufgaben zu bewältigen und tragen ein hohes Maß an Verantwortung. Um die häusliche Pflege meistern zu können, werden eigene Wünsche und Bedürfnisse oft über einen längeren Zeitraum zurückgestellt. Dies kann zu körperlichen und seelischen Belastungen führen, die im schlimmsten Fall eine ernsthafte Erkrankung zur Folge haben.
Deshalb ist es für pflegende Angehörige wichtig, sich frühzeitig persönliche Unterstützung zu holen. Die Teilnahme an einem Gesprächskreis, einem Pflegekurs, die Inanspruchnahme der Telefonseelsorge oder des "Heißen Drahtes für pflegende Angehörige" sowie der Austausch über eine Beratungshotline
können vorbeugen oder helfen, wieder einen klaren Blick zu bekommen und Kraft zu schöpfen. Auch eine kurzzeitige Psychotherapie kann sehr entlastend sein. Eine Übersicht finden Sie hier.

Außerdem gibt es Entlastungsmöglichkeiten und Hilfen für zuhause, wie z.B. die Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst, die Inanspruchnahme von Tagespflege oder Kurzzeitpflege. Wollen Sie in Urlaub fahren oder sind Sie durch eine Erkrankung vorübergehend an der Pflege gehindert, so übernimmt die Pflegeversicherung unter bestimmten Voraussetzungen während Ihrer Abwesenheit die nachgewiesenen Kosten der Ersatzpflege. Auch der Einsatz von Hilfsmitteln kann entlastend sein (z.B. ein Badewannenlifter, eine Toilettensitzerhöhung oder ein Hausnotruf). Die Pflegeversicherung stellt dafür verschiedene Leistungen zur Verfügung.
Um Überlastungssituationen durch Berufstätigkeit und der Pflege von Angehörigen vorzubeugen bzw. zu vermeiden, hat der Gesetzgeber das Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf auf den Weg gebracht. Der Gesetzgeber hat darin 3 verschiedene Freistellungsansprüche gegenüber dem Arbeitgeber formuliert:
1.    die kurzzeitige Freistellung von Arbeit von bis zu 10 Tagen, um in Akutsituationen die häusliche Pflege sicherzustellen. Die Pflegeversicherung der pflegebedürftigen Person zahlt dafür auf Antrag ein Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung.
2.    Zusätzlich haben pflegende Angehörige in Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten einen Rechtsanspruch auf vollständige oder teilweise Freistellung von der Arbeit von bis zu 6 Monaten.
3.    Das Familienpflegezeitgesetz sieht – unter Anrechnung der Ansprüche nach Nr. 1 und 2 - eine Freistellung von bis zu 24 Monaten vor. Diesen Rechtsanspruch haben pflegende Angehörige gegenüber ihrem Arbeitgeber mit mehr als 25 Beschäftigten.
Zur besseren Abfederung des Lebensunterhaltes durch entgangenes Arbeitsentgelt kann ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für Familien und zivilgesellschaftliche Aufgaben beantragt werden.
Pflegende Angehörige können auch Maßnahmen zur Rehabilitation beantragen. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über diese Möglichkeit. Es gibt spezielle Rehabilitationskliniken, die zeitgleich zu Ihrem Aufenthalt die Pflege und Versorgung der pflegebedürftigen Familienmitglieder übernehmen. Auskunft erteilt Ihnen Ihre Krankenkasse.
Jede Pflegesituation ist anders und wird in unserer Beratung individuell betrachtet. Wir möchten Ihnen als Pflegeperson beratend zur Seite stehen, damit Sie diese große Aufgabe möglichst stressfrei bewältigen können.

 

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